Heute

Stephanie Misa & Joscha Steffens: Oculus

Eröffnung
Samstag, 15. März, ab 18 Uhr

Artist Talk
Sonntag, 16. März, 14 Uhr

„Dinge sehen“ ist ein komplexer Ausdruck. Es kann bedeuten, Objekte visuell wahrzunehmen als Beweis dafür, dass sie wirklich in der Welt existieren. Es kann aber auch bedeuten, Phänomene zu erfassen, die nicht dieser Welt angehören. Die Ausstellung Oculus bewegt sich behutsam um dieses rätselhafte Sehen von Dingen und führt die Künstlerinnen Stephanie Misa und Joscha Steffens zu historischen Situationen, die gleichzeitig den Moment der Wahrnehmung klären und verwirren. Welche Dinge sehen wir? Sehen wir nur Dinge? Mit der sorgfältigen Vermittlung von Fakten durch die Instrumente der Wissenschaft und der sensiblen Wertschätzung von Fiktion durch die Spekulationen der Kunst versucht die Ausstellung, die binäre Grenze zwischen Fakt und Fiktion aufzulösen, um eine dritte materielle Bedingung von Reflexion und Handeln zu antizipieren.

 

Der Ort dieses Prozesses ist Heidelberg, wo der philippinische Nationalheld José Rizal 1886 an der Universitäts-Augenklinik Ophthalmologie studierte und den Klinikdirektor Dr. Otto Becker bei mehreren Augenoperationen unterstützte. Zu dieser Zeit war der Augenspiegel ein neues Gerät, das es dem Arzt ermöglichte, das Innere eines lebenden Auges zu sehen. Es war auch in dieser Stadt, dass Rizal Teile seines Romans Noli Me Tangere (1887) schrieb, der teilweise die philippinische Revolution gegen Spanien entfachte. Er wohnte bei dem politisch progressiven Pastor Karl Ulmer in Wilhelmsfeld, einer Stadt nahe Heidelberg.

 

Diese beiden Initiationen, die durch Visionen und Untersuchungen, insbesondere durch die Öffnung und Schwelle von Rizal, zusammenkommen, sprechen im Rahmen der philippinischen Präsenz als Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse 2025. Der Ausdruck „die Phantasie bevölkert die Luft“, entnommen aus dem Kapitel über Sisa in Rizals Noli Me Tangere, prägt das Ethos und die Theorie einer solchen Präsenz. Er ruft die Intuitionen hervor, die Schreiben und Lesen möglich machen und sowohl die historische Atmosphäre als auch die Ökologie der Spezies und der Geister umgeben.

Weitere Termine

Auf der Karte

Heidelberger Kunstverein
Hauptstraße
69117 Heidelberg
Deutschland

Tel.: 06221-184086
Fax: 06221-164162
E-Mail:

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